geschrieben am 6. Februar 2012 um 22:55.

Eine sehr gute Freundin arbeitet gerade an ihrer Mappe, um sich an einer renommierten Universität für Modedesign zu bewerben. Eines ihrer Projekte ist ein Brautkleid aus Luftpolsterfolie, was im Koblenzer Stadtwald in Szene gesetzt und von Sven Tillack fotografiert wurde. Die Fotos erinnern mich an Szenen aus Sofia Coppola’s Marie Antoinette.

Ich finde die Kombination aus etwas konventionellem wie einem Brautkleid und einem außergewöhnlichen Material wie Luftpolsterfolie großartig. Der futuristische Kopfschmuck und die derben Bikerboots geben dem Ganzen den letzten Schliff.
Sie selbst schrieb mir ein paar Zeilen zu der Arbeit:
“Die Vorteile von Lupo-Folie gegenüber normalem Stoff sind, dass man sie in jedem Baumarkt kriegt, sie nicht viel kostet, man die Nähte nicht versäubern muss, und sie trotzdem was her macht. Außerdem wird einem in diesem Kleid nie langweilig, weil man nach Lust und Laune rumploppen kann. Ein großer Nachteil: Nähmaschinen hassen Lupo-Folie! Es hat einige Nadeln und auch vollen Körper- und Maschineneinsatz gekostet. Aber nach schätzungsweise 20 Arbeitsstunden war es fertig. Ich wollte, dass das Kleid fluffig und märchenhaft aussieht, und bin mit dem Ergebnis zufrieden.”


Das Shooting fand an einem kalten Samstagmorgen statt, doch trotz schlotternder Knie, kalten Fingern und zahlreichen verwirrten Blicken von Spaziergängern und Joggern, hielten Fotograf und Model tapfer durch und wurden mit tollen Fotos belohnt. Zum Abschied gabs noch eine Futtertüte Mais und jeder durfte mal die Rehe füttern.



Für mich ist diese Dame jetzt schon eine große Designerin.
Fräulein Früngel grüßt herzlich.